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Startseite ›„Proteste der Generation Z“: Von Marokko bis Madagaskar – nur eine Erneuerung der Klassenkämpfe kann die soziale Misere des Kapitalismus überwinden
Seit dem 25. und 27. September kam es in Marokko und Madagaskar zu Protesten gegen staatliche Korruption und einen generellen rasanten Zerfall der gesellschaftlichen Lebensbedingungen.
Diese Proteste standen unter dem Banner der Protestbewegung der Generation Z. Die Bewegungen wurde in erster Linie von jungen Menschen getragen, die ihre proletarische Lebenssituation als äußerst prekär empfinden.
Die Regierungen beider Länder sind extrem korrupt. In Madagaskar, einem der ärmsten Länder der Welt, kommt es zu anhaltenden Stromausfällen, die meisten grundlegenden Dienstleistungen funktionieren nicht, während die herrschende Klasse dieses Problem umgeht, indem sie sich eigene Stromgeneratoren leistet. In Marokko werden Wirtschaft und politische Macht von einer eng verwobenen Clique aus Kapitalisten, Staatsbeamten und Militärführern im inneren Kreis von König Mohamed VI. mit eiserner Faust regiert. Das Regime stützt sich stark auf die Brutalität des Militärs, um die Ausbeutung sicherzustellen und so viel Profit wie möglich aus der ArbeiterInnenklasse herauszupressen.
Die Proteste in Marokko ereigneten sich in einer Situation, in der das Regime große Fortschritte verkündete und behauptete, die Wirtschaft habe sich mit einem BIP-Wachstum von 4 % erholt. Dies geschieht natürlich auf Kosten und mit dem Blut und Schweiß der ArbeiterInnenklasse, die in der wachsenden Fertigungsindustrie und der Landwirtschaft massiv ausgebeutet wird. Marokko erhielt außerdem umfangreiche europäische Investitionen in seine Fertigungsindustrie, die den größten Teil des Wirtschaftswachstums beflügelten. Die ausländischen Investitionen dienten der Modernisierung und der Steigerung der Mehrwertrate, was die Einkommensungleichheit weiter verschärfte. Das Regime will sich mit der Ausrichtung von Veranstaltungen wie dem FIFA-Afrika-Cup 2025 und der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 profilieren. Der Afrikanische Pokal 2025 hat 1 Milliarde US-Dollar gekostet, während 41 Milliarden US-Dollar für die Infrastruktur zur Vorbereitung der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 bewilligt wurden. All dies geschieht, während es für junge Menschen bei einer Arbeitslosenquote von 36 % fast unmöglich ist, einen Job zu finden, die Lage der ArbeiterInnen immer prekärer wird und die LandarbeiterInnen weiterhin unter brutaler Ausbeutung leiden oder gezwungen sind, zum Arbeiten nach Europa zu fliehen und Geld nach Hause zu schicken.
Auf der anderen Seite des Kontinents protestiert die Gen Z-Bewegung in Madagaskar gegen die Korruption der Regierung; sämtliche Dienstleistungen sind weiterhin unzureichend, da der Strom rationiert wird. In Städten wie der Hauptstadt Antananarivo haben viele ArbeiterInnen nur wenige Stunden Strom pro Tag, was dazu führt, dass Medikamente und Lebensmittel in der tropischen Hitze verderben und das meiste Wasser ungenießbar bleibt. Die Gen Z-Bewegung ist in beiden Ländern auf die Straße gegangen und auch in den sozialen Medien aktiv geworden. In Madagaskar ging die Polizei mit scharfer Munition gegen DemonstrantInnen vor und verhängte Ausgangssperren und Verbote für öffentliche Versammlungen. Das konnte Präsident Rajoelina jedoch auch nicht retten, der die Demonstrierenden zunächst als bezahlte Putschisten bezeichnet hatte, obwohl er selbst 2009 durch einen Putsch an die Macht gekommen war! Anfänglich bemühte er sich um eine Umgestaltung seines Kabinetts, trat aber schließlich am 4. Oktober zurück, als klar war, dass er am Ende war, nachdem er vergeblich versucht hatte, seine eigene Anhängerschaft auf die Straße zu bringen. Er begab sich schließlich ins Exil nach Frankreich. Die Gen-Z-Bewegung in Madagaskar hat zu einem Generalstreik der prekär Beschäftigten und ArbeiterInnen in einem der ärmsten Länder der Welt aufgerufen. Bislang wurden 20 DemonstrantInnen getötet und Hunderte verletzt. Inzwischen gibt es eine Übergangsregierung, die fest in den Händen des Militärs ist, was bei Protesten, die Regierungen zu Fall bringen, wie beispielsweise in Nepal oder letztes Jahr in Bangladesch, mittlerweile ein gängiges Ergebnis ist. In Bangladesch traf sich der Stabschef des Militärs, Waker-Uz-Zaman, mit Oppositionsparteien, die gegen den gestürzten Präsidenten Sheikh Hasina und die Awami-Liga auftraten, um eine Übergangsregierung zu bilden, die aus der Bangladesh National Party, Jatiya und Jaamat-E-Islami besteht, wobei Muhammad Yunus zum Chefberater der Regierung ernannt wurde. Dies sollte dazu dienen, die ArbeiterInnen wieder auf das Terrain der bürgerlichen Demokratie zurückzuführen.
In Marokko wurden drei Demonstranten getötet und Hunderte verletzt, aber die Presse schweigt über Marokko, da das Land für große imperialistische Mächte wie die USA und die EU von großer Bedeutung ist. Für die USA ist Marokko Teil der Abraham-Abkommen, die dazu dienen, den Iran zu isolieren, um sich auf einen verallgemeinerten imperialistischen Krieg vorzubereiten. Ein Teil dieses Spiels ist auch die Anerkennung Israels durch Marokko. Im Gegenzug hat Israel die Vorherrschaft Marokkos über die Westsahara und damit über Unmengen plünderbarer Bodenschätzen anerkannt. Marokko kann nun gemeinsam mit westlichen internationalen Konzernen an der Ausbeutung wertvoller und seltener Erdmetalle teilhaben, die für die weitere Anhäufung von Kriegsmaterial notwendig sein werden. Ebenso fungiert Marokko als Vorposten, um die imperialistischen Interessen Algeriens in der Region zu neutralisieren und der maroden Regierung von Mauretanien Stabilität zu verschaffen. Gegenwärtig dient das Land jedoch hauptsächlich als Polizeikraft um die Migration aus Afrika in die EU abzuwehren und wird dafür großzügig mit Hilfsgeldern und Unterstützung bezahlt. Madagaskar bleibt fest im französischen Einflussbereich verankert, und daran scheint sich auch nach Präsident Rajoelina nichts zu ändern. Frankreich hat China, die USA, Südafrika usw. als Handelspartner Madagaskars weit überholt und gemeinsame Militäroperationen durchgeführt. Das alte Regime hat seine Direktiven wahrscheinlich von Frankreich erhalten, und das neue Regime befindet sich immer noch in dessen Einflussbereich und hofft, dass der Wechsel im Präsidentenamt als Druckventil ausreicht, um die soziale Unzufriedenheit zu dämpfen.
Ob in Bangladesch, Nepal, Madagaskar, Peru oder möglicherweise in Zukunft auch in Ecuador, Marokko, Indonesien oder Serbien, die Kapitalisten werden weiterhin die Kontrolle behalten, solange sich die Proteste nur auf einzelne Aspekte des Kapitalismus konzentrieren und nicht auf das gesamte System. Der Hauptschwerpunkt der Proteste lag auf der Korruption der Regime, Vetternwirtschaft usw. Solange die ArbeiterInnenklasse jedoch nicht in der Lage ist, kollektiv als Klasse für sich selbst zu handeln, wird es stattdessen zu Militärputschen, Ministerumsetzungen und Neuwahlen kommen, wobei Massaker an der ArbeiterInnenklasse immer häufiger vorkommen werden. Die Bourgeoisie versucht immer verzweifelter ihre kollektive Klassenherrschaft über die ArbeiterInnenklasse aufrechtzuerhalten, da sich die soziale Lage für prekär Beschäftigte überall verschlechtert. Es ist das Proletariat, nicht die Generation Z, das als internationale Klasse dem Kapitalismus ein Ende setzen kann, der aus den Fugen geraten und die Welt in allgemeine imperialistische Kriege stürzen könnte.
Nur die ArbeiterInnenklasse kann eine Alternative zum dekadenten, imperialistischen Kapitalismus herbeiführen. Die einzige Alternative ist der Kommunismus, und dieser ist nur möglich, wenn sich die Klasse auf ihrem eigenen Klassenterrain organisiert. Dies erfordert revolutionäre Subjektivität in der Form einer internationalen kommunistischen Partei. Das ist eine unabdingbare Notwendigkeit, um zu verhindern, dass die ArbeiterInnenbewegung wieder in die reformistische Sackgasse gerät, der kapitalistische Staat gestärkt wird und sich das Elend der ArbeiterInnenklasse fortsetzt. Der Kommunismus ist nicht einfach nur eine Idee, sondern eine staatenlose, klassenlose Gesellschaft ohne Grenzen und Ausbeutung; der Kapitalismus befindet sich in einer tiefen, unlösbaren Krise, deren einziger Ausweg ein weiterer Weltkrieg ist ...
B (Internationalist Workers’ Group)ICT sections
Grundlagen
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Sachverhalt
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Geschichte
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- 1921: Kronstadt Rebellion
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- 1925: Comitato d'Intesa
- 1926: General strike in Britain
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- 1928: First five-year plan
- 1928: Left Fraction of the PCd'I
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- 1934: Miners' uprising in Asturias
- 1934: Workers' uprising in "Red Vienna"
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- 1970s
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- 1973: Pinochet's military junta in Chile
- 1975: Toyotism (just-in-time)
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- 1977: '77 movement
- 1978: Economic Reforms in China
- 1978: Islamic Revolution in Iran
- 1978: South Lebanon conflict
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- 1989: Tiananmen Square Protests
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