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Der maoistische Aufstand in Bastar: Stellvertreterpolitik, der Bankrott der Neuen Demokratie und die Zersplitterung des proletarischen Kampfes
Von der No War but the Class War Initiative – South Asia
Das bewaffnete maoistische Projekt in Zentralindien befindet sich in einer schweren Krise. Die schrittweise Ausschaltung fast der gesamten Führungsspitze, darunter Basavaraju, Hidma und Dutzenden Mitgliedern des Zentral- und Regionalkomitees, ging einher mit dem Zusammenbruch der territorialen Kontrolle über den einstigen „roten Korridor“. Eine Reihe von Kapitulationen und das fast vollständige Ausbleiben bedeutender Offensivoperationen seit 2023 markieren einen dramatischen Rückschlag für den vierzigjährigen Versuch, „befreite Zonen” im Waldgebiet Dandakaranya zu errichten.
Ob dies einen endgültigen Niedergang oder einen weiteren zyklischen Rückschlag darstellt, bleibt abzuwarten, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Bewegung frühere Krisen überstanden hat. Die aktuelle Situation offenbart jedoch die politische und theoretische Bankrotterklärung eines Paradigmas, das systematisch die Entstehung einer autonomen proletarischen Organisation verhindert und die Selbstaktivität der Klasse durch eine bewaffnete Partei ersetzt hat.
I. Der theoretische Kern des indischen Maoismus und warum er bereits gescheitert ist
Das Programm der CPI(Maoist)(1) stützt sich auf vier untrennbare Säulen:
- Indien bleibe eine halbkoloniale und halbfeudale Gesellschaft unter einer neokolonialen Herrschaftsform.
- Nach 1947 sei die Macht nicht an eine unabhängige nationale Bourgeoisie sondern an eine bürokratische „Kompradorenbourgeoisie“ und Großgrundbesitzer übergegangen, die als Agenten mehrerer imperialistischer Mächte (vor allem der Vereinigten Staaten) agieren.
- Da der Kapitalismus den Feudalismus auf dem Land nie überwunden habe, seien die Agrarverhältnisse nach wie vor im Wesentlichen halbfeudal (Großgrundbesitz, Pachtwirtschaft, Schuldknechtschaft, Wucher, Verschuldung der Landbevölkerung, kommerzielle Ausbeutung).
- Daher sei Indien eine unterdrückte Nation, die eine neue demokratische Revolution benötige, die erste Stufe der indischen Revolution, angeführt vom Proletariat, aber durchgeführt durch einen Block aus vier Klassen (ArbeiterInnen, Bäuerinnen und Bauern, Kleinbourgeoisie und nationale Bourgeoisie), der den Imperialismus, den Feudalismus und den kompradorisch-bürokratischen Kapitalismus zerstören müsse. Erst wenn diese Stufe abgeschlossen sei, könne die zweite Stufe, der Sozialismus, beginnen.
Dieses gesamte Konstrukt bricht in dem Moment zusammen, in dem es mit der wahren Natur des Imperialismus als der globalen Form des Kapitalismus selbst konfrontiert wird:
Er zeigte in der Tat, dass der Akkumulationsprozess des Kapitals zu einem so hohen Grad an Konzentration und Zentralisation geführt hatte, dass sich von nun an die zyklischen Krisen, die seit je her eine unabdingbare Begleiterscheinung des kapitalistischen Akkumulationsprozesses gewesen waren, zu weltweiten Krisen steigerten, die nur durch globale Kriege gelöst werden konnten. Der Kapitalismus trat somit in eine neue historische Epoche ein, in die Epoche des Imperialismus, in welchem jeder Staat Teil eines globalen wirtschaftlichen Systems ist und den ökonomischen Gesetzen, die dieses System regeln, nicht entrinnen kann. Der Imperialismus ist deshalb nicht nur eine Art von Politik der mächtigeren Staaten gegenüber den schwächeren, sondern ein unvermeidbarer Prozess, in welchem die Fangarme der in industrieller und finanzieller Hinsicht am meisten entwickelten Zentren Mehrwert aus den peripheren Regionen saugen. Dieser Prozess kennt keine Staatsgrenzen und verwickelt die Bourgeoisien der peripheren Länder gleichermaßen in die Mechanismen des internationalen Finanzkapitals wie die der metropolitanen Zentren.
Diese eine Passage aus der Plattform der Internationalistischen Kommunistischen Tendenz (IKT) zerstört die maoistische Vorstellung der Halbkolonie und damit die Idee, dass die indische Bourgeoisie eine eigenständige Klasse sei, die „national“, „blockiert“, „in ihrer Entwicklung gehindert“ oder vorübergehend mit dem Proletariat verbündet sein könne. Der Imperialismus ist keine von außen auferlegte Herrschaft über ein rückständiges, unterdrücktes Land. Er ist die globale Form des Kapitalismus selbst. Alle Nationalstaaten, einschließlich Indien, sind bereits integraler Bestandteil des weltweiten kapitalistischen Systems.
Die indische Bourgeoisie ist nicht kompradorisch, weil sie ausländischen Mächten dient; alle nationalen Bourgeoisien sind heute strukturell global und agieren über internationales Kapital. Es gibt keinen blockierten nationalen Kapitalismus, der darauf wartet, zu reifen. Der Kapitalismus in Indien hat sich bereits durch die Integration in den Weltmarkt entwickelt.
Die Behauptung der Maoisten, Indien sei halbfeudal, beruht auf der Gleichsetzung von nicht lohnbezogener Ausbeutung mit feudalen Verhältnissen. Pacht, Wucher, Großgrundbesitzer, Verschuldung der Landbevölkerung und kommerzielle Ausbeutung werden als Beweis dafür angeführt, dass es dem Kapitalismus nicht gelungen sei, den Feudalismus abzuschaffen. In Wirklichkeit sind Wucher, informelle Kredite, Leiharbeit, Schuldknechtschaft der Bauern und kleinbäuerliche Produktion Formen der kapitalistischen Akkumulation unter ungleichmäßigen Entwicklungsbedingungen. Der Kapitalismus schafft vorkapitalistische Formen nicht ab, solange sie profitabel bleiben. Er subsumiert sie und nutzt sie für andere Zwecke. Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus integriert alle Formen der Ausbeutung der Arbeitskraft in die kapitalistische Logik, selbst wenn die Rechtsform rückständig erscheint. Die Existenz von Grundbesitzern, Schuldknechtschaft oder unbezahlter Hausarbeit bedeutet nicht Feudalismus. Sie signalisiert, dass der Kapitalismus die Arbeitskosten senkt, indem er die soziale Reproduktion in vorkapitalistische Formen auslagert. Die Maoisten interpretieren daher wirtschaftliche Rückständigkeit fälschlicherweise als Beweis für eine unvollständige bürgerliche Revolution und nicht als ungleichmäßige kapitalistische Entwicklung innerhalb des globalen Imperialismus.
Die strategische Schlussfolgerung, die sich aus dieser Analyse ergibt, nämlich die Konzeption der „Neue Demokratische Revolution“ als separater erster Stufe, ist ebenso bankrott. Die Annahme einer progressiven Rolle einer nationalen Bourgeoisie, eines revolutionären klassenübergreifenden Bündnisses oder eines schrittweisen Übergangs von der bürgerlich-demokratischen zur sozialistischen Revolution entbehrt jeder Grundlage. Es gibt in Indien keine nationale Bourgeoisie, die in der Lage wäre, eine progressive, antiimperialistische Rolle zu spielen, da sie bereits vollständig in den globalen Kapitalismus integriert ist. Die Formel der „Neuen Demokratie“ ersetzt die proletarische Revolution durch eine nationale kapitalistische Entwicklung, die durch einen Block aus Klassen vom Staat durchgeführt wird. In China selbst führte die „Neue Demokratie“ nicht zum Sozialismus. Sie führte zu Staatskapitalismus, Lohnarbeit, Staatsgewerkschaften und der Unterdrückung des autonomen Kampfes der ArbeiterInnenklasse.
Die maoistische Reduzierung des zentralen Widerspruchs der Epoche auf die Formel „Imperialismus gegen unterdrückte Nationen“ ersetzt das Proletariat als revolutionäres Subjekt schlussendlich durch Nationen, patriotische Klassen und klassenübergreifende Bündnisse. Das ist Nationalismus, kein proletarischer Internationalismus.
Imperialismus ist globaler Kapitalismus. Überall stehen die ArbeiterInnen dem gleichen Klassenfeind gegenüber, nicht dem „nationalen Kapital, das die Unabhängigkeit verteidige“. International bleibt der Klassenwiderspruch bestehen: Lohnarbeit gegen Kapital.
II. Die wirkliche soziale Ausgangslage: Ein einziges, extrem ausgebeutetes Proletariat
Die soziale Basis der maoistischen Rebellion war nie eine vorkapitalistische Stammesbevölkerung, die eine traditionelle Lebensweise verteidigte. Jahrzehnte bevor die ersten Guerillagruppen eintrafen, hatten Landenteignungen, Staudämme, Waldreservate, Schutzgebiete und frühe Bergbauprojekte bereits große Teile der Adivasi-Gemeinschaften in Bastar, Surguja, Koraput und den umliegenden Distrikten proletarisiert.
Heute ist dasselbe Proletariat über den gesamten illegalisierten Bergbau- und Rohstoffförderungsgürtel verstreut, der sich über die gesamte Länge Zentral- und Ostindiens erstreckt. Es fördert Kohle in den rattenverseuchten Schächten von Meghalaya, wo Kinder drei- bis vierhundert Fuß in die Tiefe steigen, um täglich dreißig bis vierzig Eimer zu füllen. Es bricht Steine für Autobahnprojekte. Es arbeitet ohne Verträge in den Eisenerz-Gebieten von Raipur und Jharsuguda. Es versucht mit Saisonarbeit in den Ziegelöfen von Uttar Pradesh und Telangana zu überleben. Es gräbt illegal in den verlassenen und offiziell stillgelegten Kohlebergwerken von Dhanbad, Hazaribagh, Giridih und Bokaro. Es verschwindet, nicht registriert und ohne Entschädigung bei Bergwerksunglücken, die nicht bekannt werden, weil die Bergwerke selbst illegal sind. Der Tod wird hier nicht als Arbeitsunfall registriert. Er kommt statistisch gesehen nicht einmal vor.
Und immer wenn diese Arbeiterinnen und Arbeiter versuchen, sich unabhängig zu organisieren, steht dieselbe Anschuldigung für sie bereit: „Maoisten“. Dieses Etikett ist älter als die CPI(Maoist) selbst. Bereits am 2. und 3. Juni 1977 schoss die Polizei in den Eisenerzminen von Dalli-Rajhara, die das Stahlwerk von Bhilai versorgten, auf Tausende unbewaffnete VertragsarbeiterInnen, die sich versammelt hatten, um die Verhaftung ihres Anführers Shankar Guha Niyogi zu verhindern. Zehn Menschen wurden getötet, darunter eine Frau und zwei Kinder; Dutzende wurden verletzt. Am Tag zuvor hatte der Vorsitzende der von der Unternehmensleitung anerkannten, von der CPI kontrollierten Gewerkschaft öffentlich erklärt, dass „die Naxaliten in der Region ein Terrorregime errichtet“ hätten. Diese einzige Pressekonferenz lieferte dem Staat den Vorwand, den er brauchte. Ein gewöhnlicher Streik für Löhne, Wohnraum und Sicherheit wurde über Nacht zu einer Aufstandsbekämpfungsoperation.
Daran hat sich nichts geändert. Am 4. Dezember 2025, wurden in den Wäldern des Distrikts Bijapur zwölf weitere „mutmaßliche Maoisten” von DRG-, STF- und CoBRA-Truppen erschossen; die Familien der Toten und Menschenrechtsbeobachter bestehen darauf, dass es sich um DorfarbeiterInnen handelte, die Tendu-Blätter sammelten oder auf den Feldern arbeiteten, und nicht um Guerillakämpfer, doch die offizielle Zahl der in diesem Jahr in Chhattisgarh „getöteten 275 Maoisten” steigt trotzdem weiter an. Die pure Anschuldigung bleibt die Lizenz zum Töten - ohne Beweise oder Gerichtsverfahren.
Dieses Muster hat nie aufgehört. Von Dalli-Rajhara im Jahr 1977 über Salwa Judum in den 2000er Jahren bis hin zu den Tausenden von Adivasi- und Dalit-VertragsarbeiterInnen, die heute unter dem UAPA -Gesetz(1) wegen „Verbindungen zu den Maoisten” inhaftiert sind, nachdem sie wilde Streiks in den Minen oder Baucamps organisiert hatten, dient die Anschuldigung derselben Funktion: Kriminalisierung des elementaren Klassenkampfs und die Rechtfertigung tödlicher Repression ohne Gerichtsverhandlungen. Der Staat, die parlamentarische Linke, die Minenbesitzer und später auch die maoistische Partei selbst profitieren alle von derselben Fiktion: Jede/r ArbeiterIn, der sich außerhalb der anerkannten Kanäle bewegt und direkt kämpft, sei automatisch ein Guerillakämpfer, niemals einfach nur ein/e ArbeiterIn.
Die ArbeiterInnen in diesen Gebieten kommen aus allen Teilen des Landes. Aus Adivasi-Dörfern in Chhattisgarh und Odisha, aus Dalit-Siedlungen in Bihar, aus bengalischsprachigen muslimischen Gebiete in Jharkhand, aus nepalesischsprachigen Grenzregionen, Assam und sogar die Garo- und den Khasi-Hügeln tragen zu dieser Arbeitskraft bei. Das Kapital hat sie in einen einzigen regionalen Kreislauf der Hyperausbeutung integriert, koordiniert von derselben Kohlemafia, denselben Unternehmern und Unternehmensvertretern, die Arbeitskräfte und Erz zwischen legalen und illegalen Standorten völlig straffrei hin- und herbewegen.
Dies ist die wahre Klasse, die die maoistische Guerilla-Armee zwei Generationen lang versorgt hat. Es handelt sich um ein einziges, stark segmentiertes Proletariat, das nur durch die gleiche grundlegende Beziehung zum Kapital und durch denselben Staat vereint ist, der es im Wald erschießt und ignoriert, wenn es in einer Rattenlochmine lebendig begraben wird, oder es in einem Dorf erschießt und dann als „Anti-Naxaliten-Aktion” ausgibt.
III. Stellvertretertum in der Praxis
Die CPI(Maoist) hat dieses Proletariat nie als Klasse organisiert. Sie organisierte es als „Adivasis“, als „Söhne des Bodens“, als Opfer des „brahmanischen Siedlerkolonialismus“ oder der „feudalen Ausbeutung durch Konzerne“. Indem sie den Kampf mit regionalistischen und indigenen Identitätsnarrativen verband, zuerst mit der Forderung nach einem eigenen Bundesstaat Jharkhand und später mit dem Slogan „Jal-Jangal-Zameen”(2), reproduzierte und vertiefte die Bewegung genau die ethnischen, territorialen und rechtlichen Fragmentierungen, die das Kapital selbst auferlegt.
Anstatt MigrantInnen, VertragsarbeiterInnen, arbeitslose Jugendliche und vertriebene DorfbewohnerInnen über alle auferlegten Grenzen hinweg zu vereinen, verstärkte die maoistische Praxis diese Grenzen. Manchmal tat sie dies durch offene Agitation gegen Außenstehende. Manchmal tat sie dies durch taktische Allianzen mit denselben regionalen Unternehmern, Gewerkschaftsbürokraten, der Kohlemafia und reichen Bauernpolitikern, die von der Segmentierung profitieren.
Die Partei besteuerte Bauunternehmer, Speditionen und kleine Bergwerksbesitzer, anstatt die von ihnen ausgebeuteten Arbeiter zu organisieren.
Sie vernichtete oder schüchterte jeden Versuch ein, unabhängige Basisstrukturen außerhalb ihrer Befehlskette zu schaffen. Und wenn sich ArbeiterInnen selbst organisierten, stand der Staat immer bereit, sie als „Maoisten” zu brandmarken und zu vernichten, während die Partei selbst oft tatenlos zusah oder sogar die Anschuldigungen gegen „Renegaten”, die ihre Führung ablehnten, wiederholte. So wurde dasselbe Etikett, das der Staat 1977 in Dalli-Rajhara verwendete um unabhängige Gewerkschafter zu ermorden, später von den Maoisten selbst eingesetzt um jede proletarische Initiative zu unterdrücken die sich ihrer Kontrolle entzog.
Sie verwandelten den Klassenkampf in eine permanente Verhandlung oder einen Krieg zwischen einer bewaffneten Kaste und dem regionalen Kapital, während die ArbeiterInnenklasse ein passives Reservoir an RekrutInnen, LastenträgerInnen, InformantInnen und SteuerzahlerInnen blieb.
Als die Bewegung isoliert war, zog sie sich tiefer in die Identitätspolitik und Bündnisse mit Teilen der lokalen Bourgeoisie zurück. Als sie stärker war, wurde sie einfach zu einer weiteren ausbeuterischen Macht innerhalb desselben Systems von illegalem Bergbau und prekären Arbeitsverhältnissen. Das ist reinstes Stellvertretertum. Die Partei kämpfte anstelle der Klasse. Sie entschied anstelle der Klasse. Sie erhob Steuern anstelle der Klasse. Am Ende kapitulierte sie oder starb anstelle der Klasse.
IV. Es gibt keinen separaten Waldweg
Das Kapital hat den Bereich der Ausbeutung bereits vereinheitlicht. Das aus den Hügeln von Panchpat Mali oder Surjagad gewonnene Bauxit landet in denselben Aluminiumhütten, in denen der Migrant aus Odisha beschäftigt ist, der gestern noch als Lastenträger für eine PLGA-Einheit(3) geschuftet hat. Die von Kindern in einem Rattenloch in Meghalaya geschürfte Kohle wird in den Kraftwerken verbrannt, die die Stahlwerke von Rourkela und Bhilai versorgen, wo Adivasi-VertragsarbeiterInnen aus Bastar den Beton für die Autobahnen gießen, auf denen die Sicherheitskräfte fahren, um die Guerillazonen zu zerschlagen, aus denen sie einst geflohen sind.
Die materielle Einheit des Proletariats besteht bereits. Was aussteht, ist seine politische Vereinigung. Diese Vereinigung wird nicht von einem Guerilla-Generalstab ausgehen. Sie wird nicht von einer Massenpartei ausgehen, die eine Hegemonie in einem klassenübergreifenden Volkskrieg anstrebt. Sie wird nur von Basiskomitees in den illegalen Kohlebergwerken, den Bau-Lagern, den Ziegeleien und den Fabriken ausgehen.
Diese Komitees müssen Festangestellte und LeiharbeiterInnen, Adivasi und Nicht-Adivasi, Indigene und MigrantInnen unter einem gemeinsamen Banner und unter derselben direkten Kontrolle zusammenbringen. Diese Komitees müssen sich in regionalen und nationalen Versammlungen zusammenschließen, in denen die ArbeiterInnen selbst, nicht Parteisekretäre, über die Strategie debattieren und entscheiden. Nur auf dieser Grundlage kann bewaffnete Selbstverteidigung ein Behelfsmittel der Klasse und nicht deren Substitut sein.
V. Schlussfolgerung
Der Zusammenbruch des Maoismus in Bastar ist keine Tragödie für die ArbeiterInnenklasse. Es ist der Zusammenbruch eines weiteren illusionären Stellvertretertums, das vorgab, Imperialismus und Feudalismus zu bekämpfen, während gleichzeitig das Proletariat daran gehindert wurde, auf seinem eigenen Klassenterrain zu kämpfen.
Eine wirkliche Tragödie wäre die Schlussfolgerung, dass der Ausweg nun in einem disziplinierteren bewaffneten Kampf, besseren Bündnissen mit dem fortschrittlichen nationalen Kapital oder einer Rückkehr zu indigenen Traditionen läge.
Die einzig gültige Schlussfolgerung bleibt die, die die Kommunistische Linke seit 1917 vertritt: Die Befreiung der ArbeiterInnenklasse muss das Werk der ArbeiterInnenklasse selbst sein - oder sie wird keine sein.
Der Friedhof der PLGA in Dandakaranya ist mitnichten das Ende des kommunistischen Programms in Indien. Er ist das Grab der letzten großen Illusion, dass eine Avantgarde die Selbstaktivität der Klasse ersetzen und dabei gleichzeitig behaupten könnte, für den Kommunismus zu kämpfen.
Der eigentliche Kampf beginnt genau dort, wo der bewaffnete Vermittler hinweggefegt wurde. Er beginnt in der direkten, unvermittelten Konfrontation zwischen einem Proletariat, das lernt, sich in den Bergwerken, Brennöfen, Baustellen und Fabriken zu organisieren, und einer kapitalistischen Ordnung, die nicht einmal mehr die alten Formen der Vermittlung tolerieren kann, aber dennoch jedes Mal, wenn ein Arbeiter ohne Erlaubnis eine Forderung stellt, zu derselben abgedroschenen Anklage – „Maoist“ – greift.
Nur die internationale Selbstorganisation des Proletariats, bewaffnet mit dem kommunistischen Programm und mit eigenen direkten Machtorganen kann die einzige Alternative zum dekadenten Imperialismus einläuten: eine Gesellschaft ohne Klassen, ohne Staat, ohne Ausbeutung und ohne Grenzen.
Anmerkungen:
(1) Die CPI (Maoist) entstand 2004 aus dem Zusammenschluss mehrerer maoistischer Gruppen. Sie vertritt die klassische maoistische Konzeption des „verlängerten Volkskrieges“ und untermauert ihren Führungsanspruch mit gewaltsamen Aktionen, mitunter auch gegen konkurrierende maoistische Gruppen.
(2) UAPA (Unlawful Activities (Prevention) Act) ist ein sog. “Anti-Terror-Gesetz” welches den Polizeikräften in Indien weitreichende Befugnis bei der Bekämpfung politisch unliebsamer Bestrebungen gibt.
(3) „Jal-Jangal-Zameen“ (“Wasser, Wald, Land”) ist ein bekannter Slogan der Bewegungen der indigenen Adivasi-Gemeinschaften_._
(4) Die PLGA (People's Liberation Guerrilla Army - Volksbefreiungsguerillaarmee) ist der bewaffnete Arm der CPI (Maoist)
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