Streik der Krankenhausbeschäftigten in New York: Es ist Zeit als Klasse zu kämpfen!

Flugblatt unserer US-amerikanischen GenossInnen der IWG

14 000 KrankenpflegerInnen der Krankenhäuser Mt. Sinai, NY Presbyterian und Montefiore streiken für Forderungen, die von allen Arbeiterinnen und Arbeitern unterstützt werden sollten. Die Krankenhäuser versuchen, den KrankenpflegerInnen ihre Gesundheitsleistungen und Renten zu streichen. Sie sollen dazu gezwungen werden die Kosten ihrer Gesundheitsversorgung, das womit sie sich den ganzen Arbeitstag herumschlagen, aus ihrer Rentenkasse zu bezahlen. Mt. Sinai und Presbyterian haben bereits die Krankenversicherung der streikenden Beschäftigten gekündigt, um den Streik zu brechen.

Die KrankenpflegerInnen kämpfen auch gegen den chronischen Personalmangel, der dazu führt, dass statt des vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel von 4 Patienten pro Pflegeperson oft ein Verhältnis von bis zu 12 Patienten pro Pflegeperson herrscht. Um Sanktionen zu vermeiden, versuchen die Krankenhäuser, den vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel komplett abzuschaffen! Anstatt mehr Personal einzustellen, um die Belastung für Krankenhausbeschäftigte und Patienten gleichermaßen zu verringern, geben die Krankenhäuser Unsummen aus, um „mobile Krankenschwestern” anzuheuern, die während des Streiks den Krankenhausbetrieb aufrechterhalten und die streikenden ArbeiterInnen unter Druck setzen sollen. Ganz zu schweigen davon, dass die Krankenhausbeschäftigten wie alle ArbeiterInnen täglich mit sinkenden Löhnen, der Inflation und expoldierenden Mieten zu kämpfen haben.

Der Angriff der Bosse auf die Krankenhausbeschäftigten spiegelt einen umfassenderen Angriff der Kapitalisten auf die ArbeiterInnenklasse wider. Sie wollen ihre Profitmargen absichern und die Kosten senken. Überall sind ArbeiterInnen mit Arbeitsverdichtung, Personalmangel, Abbau von Sozialleistungen, Mietsteigerungen und sinkenden Reallöhnen konfrontiert. Der Kampf der KrankenpflegerInnen ist derselbe Kampf wie der der streikenden Baristas, der Beschäftigten im Hotel –und Gaststättengewerbe und Millionen von ArbeiterInnen, die durch das Profitstreben in die Armut getrieben werden.

Aber im Gegensatz zu den Bossen, die sich einig sind, die Lebensbedingungen zu verschlechtern, ist die ArbeiterInnenklasse darauf zurückgeworfen, Betrieb für Betrieb, Branche für Branche zu kämpfen. Solange die ArbeiterInnenklasse nicht geschlossen gegen das Kapital als Ganzes vorgeht, wird unser Kampf immer im Hintertreffen sein. Die Gewerkschaftsstruktur setzt auf Verhandlungen Branche für Branche und verhindert somit unseren Kampf als Klasse. Die KrankenpflegerInnen sind nicht nur entlang ihre Gewerkschaftszugehörigkeit gespalten, zersplittert in NYSNA, 1199, NYPNU usw., sondern sie sind auch von allen anderen ArbeiterInnen im Gesundheitswesen und anderen Sektoren abgeschnitten. Durch die Gewerkschaften werden die Kämpfe der ArbeiterInnen nicht gebündelt, sondern vielmehr zum Nachteil der tatsächlichen Macht der ArbeiterInnenklasse gespalten.

Alternativ dazu können ArbeiterInnen als Klasse kämpfen, wenn wir unseren Kampf selbst in die Hand nehmen. Die Selbstorganisation der ArbeiterInnenklasse, bspw. in Streikkomitees, Massenversammlungen und ArbeiterInnenräten, führte in der Vergangenheit zu einer Verallgemeinerung des Kampfes und großflächigen Massenstreiks. Der Anfang zu so etwas können einfache Dinge wie die Einrichtung eines Gruppenchats im KollegInnenkreis sein. Die Krankenhausbeschäftigten könnten so die Ausrichtung des Streiks diskutieren und koordinieren, während andere ArbeiterInnen in die Lage versetzt würden, eine Verbindung zwischen dem Kampf der Krankenhausbeschäftigten und ihrem eigenen Kampf herzustellen und entsprechend zu handeln.

Selbst wenn die KrankenpflegerInnen einen Sieg erringen, wird die Durchsetzung besserer Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen nur ein vorübergehender Teilerfolg sein. Die Krise des Kapitals drängt die Bosse dazu, die ArbeiterInnenklasse noch stärker anzugreifen und ihre Lebensbedingungen zu verschlechtern. Dieselbe Krise treibt auch den Weltimperialismus in Richtung Krieg, was zum Tod unzähliger ArbeiterInnen führen wird. Die einzige Lösung besteht darin, dass die ArbeiterInnenklasse politisch kämpft, wobei ihr Angriffsziel der Kapitalismus und die Klassengesellschaft selbst sein muss. Dies erfordert eine politische Partei der ArbeiterInnenklasse, die innerhalb des gesamten Klassenkampfs für eine revolutionäre Perspektive eintritt. Dann wären wir nicht mehr darauf zurückgeworfen für das Recht auf ein menschenwürdiges Leben kämpfen, sondern dafür, diejenigen aus der Welt zu schaffen, die uns dieses Recht verweigern…

Internationalist Workers’ Group
Wednesday, January 21, 2026