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Startseite ›Statement zu den Protesten in Nepal
Wir veröffentlichen das Statement von „No War But The Class War - South Asia“ ( nwbcwsouthasia.com ) als ein Beispiel dafür, wie eine neue Generation in der Region mit dem Erbe des Stalinismus und Maoismus bricht und versucht, einen internationalistischen Kurs einzuschlagen. In Nepal ist es einer Massenbewegung gelungen, das verhasste Verbot sozialer Medien rückgängig zu machen und die derzeitige Regierung zu stürzen. Wie die Genossinnen und Genossen jedoch betonen, werden andere Fraktionen der herrschenden Klasse ihre Kontrolle brutal wiederherstellen, solange es keine politische Organisation gibt, die als Bezugspunkt für die breitere ArbeiterInnenklasse dienen kann, und sich keine Organe der Klassenmacht herausbilden, die an die Stelle der kapitalistischen Staatsstrukturen treten ...
Das globale kapitalistische System befindet sich in einer Krise, und die Proteste in Nepal spiegeln diese Realität wider. Überall auf der Welt gibt es Kriege, Unterdrückung, Streiks und Aufstände. Die herrschende Klasse versucht ihre Herrschaft zu stabilisieren, indem sie ArbeiterInnen und ganz normale Menschen angreift. Die aktuellen Ereignisse in Nepal sind nur ein Beispiel dafür.
Die Proteste in Nepal
In Nepal sind Studierende und junge Menschen gewaltvoll aufgestanden und haben sogar die bestehende kapitalistische Regierung gestürzt.
Die Proteste der sog. Generation Z begannen, nachdem die Regierung ein Verbot für Social-Media-Plattformen verhängt hatte. Nepal ist ein Land mit 30 Millionen Einwohnern, das stark von Überweisungen von fast 2 Millionen ArbeiterInnen im Ausland abhängig ist. Im Jahr 2024 machten die 11 Milliarden Dollar, die sie nach Hause schickten, mehr als 26 Prozent der nepalesischen Wirtschaft aus. Dieses Geld versorgt ihre Familien mit Lebensmitteln, Medikamenten und Bildung. Das Verbot von sozialen Medien – verhängt, weil Plattformen wie Facebook und YouTube sich nicht bei der Regierung registriert hatten – schnitt die Familien von ihren weit entfernten Ernährungsquellen ab.
Dies unterstreicht die düstere wirtschaftliche Realität Nepals: eine tiefe Beschäftigungskrise, die ArbeiterInnen dazu zwingt, auf der Suche nach Arbeit auszuwandern. Laut der 2024 veröffentlichten Nepal Living Standards Survey lag die Arbeitslosenquote bei 12,6 Prozent und damit höher als fünf Jahre zuvor. Diese Zahl bezieht sich jedoch nur auf den formellen Sektor, während die Mehrheit der NepalesInnen in der informellen Wirtschaft arbeitet. Hinzu kommt, dass die Korruption tief verwurzelt ist, da Beamte mit ausländischen Krediten aus imperialistischen Ländern, darunter China, verbunden sind, die durch die Ausbeutung der nepalesischen Massen zurückgezahlt werden.
Dies schuf die Voraussetzungen für einen Kollaps. Als die Regierung darauf mit der Erschießung junger Demonstrierender reagierte, schlugen die StudentInnen und Jugendlichen zurück und griffen staatliche Institutionen wie das Parlament, den Obersten Gerichtshof und andere an. Dies zeigt die enorme Wut, die unter der Bevölkerung gegen den Status quo herrscht.
Ein ähnlicher Kontext
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich vor einigen Monaten in Bangladesch, als StudentInnen durch gewalttätige Proteste die Regierung von Sheikh Hasina stürzten. Dies änderte jedoch nichts Grundlegendes, abgesehen von einigen geringfügigen Reformen. Allerdings hat sich die Lage verschlechtert: Die Wirtschaft ist weitgehend ruiniert, die Inflation außer Kontrolle geraten und Islamisten, die früher nur randständige Parteien waren und nur in Koalitionen mit größeren Parteien an die Macht kommen konnten, sind nun die Favoriten für die nächsten Wahlen. Infolgedessen hat die Gewalt gegen religiöse Minderheiten zugenommen. Es gibt immer lautere Stimmen, die die Freiheit der Frauen einschränken wollen. Die Wahlen zur StudentInnenvereinigung sind in Bangladesch ein großes und dramatisches Ereignis, und selbst an der Dhaka-Universität, der Hochburg des radikalen Linken in Bangladesch, wurden nun Islamisten zur dominierenden Kraft.
Außerdem scheint es einen anhaltenden „süd-/südostasiatischen Frühling” zu geben, mit Myanmar im Jahr 2021, Sri Lanka im Jahr 2022 und ganz aktuell Bangladesch und Indonesien. Ohne starke revolutionäre Organisationen wird diese Unruhe nichts Positives bewirken.
Kommunistische Schlussfolgerungen
Aus diesen Ereignissen können KommunistInnen mehrere Schlussfolgerungen ziehen:
- StudentInnen und Jugendliche sind keine revolutionäre Kraft. Sie mögen zwar radikal sein, aber sie allein können keine grundlegenden Veränderungen herbeiführen. Es ist eine bürgerliche Illusion, dass sie revolutionär seien. Die einzige revolutionäre Kraft weltweit ist das Proletariat – die arbeitenden Massen, die die Gesellschaft aufbauen und die Negation des Privateigentums verkörpern. Ohne ihre führende Rolle kann keine Bewegung die Ursachen der Unterdrückung bekämpfen.
- Die Sozialdemokratie muss in all ihren Varianten abgelehnt werden. Nationalismus, liberale Demokratie, „Marxismus-Leninismus“ und Maoismus gehören alle auf den Müllhaufen der Geschichte und müssen entschieden bekämpft werden.
- Den ArbeiterInnen müssen bleibt nichts anderes übrig als einen unabhängigen Kampf zu führen. Dieser Kampf muss über nationale Grenzen hinausgehen und von einem wissenschaftlichen Programm geleitet werden, das aus dem historischen Klassenkampf hervorgegangen ist.
- Der kapitalistische Staat muss zerstört werden. Ohne die Zerschlagung des Staatsapparats des Kapitals ist kein wirklicher Wandel möglich.
Taktische Vorschläge für das nepalesische Proletariat
- Kehrt allen „marxistisch-leninistischen“, maoistischen und liberalen Parteien den Rücken. Beginnt den politischen Kampf gegen sie. Organisiert euch in Form von ArbeiterInnenkomitees und bewaffneten ArbeiterInnenräten mit einem gemeinsamen Programm. Baut eine internationalistische Partei oder Organisation auf. Eine internationalistische Partei ist für den Kampf unverzichtbar.
- Führt einen politischen und gewaltsamen Kampf gegen imperialistische NGOs, reaktionäre monarchistische und nationalistische Kräfte und den Staatsapparat. Kämpft auch gegen reformistische Tendenzen wie Liberale und Maoisten.
- Nehmt Fabriken, Nahrungsmittelressourcen, Energieressourcen, Transportmittel und Waffen in die eigenen Hände.
- Organisiert ArbeiterInnenversammlungen. Knüpft über die Grenzen hinweg Kontakte zu ArbeiterInnenorganisationen in Bangladesch, Indien, China und darüber hinaus.
- Stellt die politische Forderungen auf: die Betriebe müssen in die Hand von ArbeiterInnenkomitees kommen. Entwickelt Forderungen gegen unbefristete Beschäftigungsverhältnisse, für verkürzte Arbeitszeiten und die Vergesellschaftung der Betriebe.
- Fordert die Abschaffung bürokratischer Privilegien. Kämpft gemeinsam mit den BäuerInnen gegen die Großgrundbesitzer.
- Da Studierende stark in diese Proteste involviert sind – insbesondere gegen die Privilegien der Elite – sollte die Forderung nach allgemeiner kostenloser Bildung für alle erhoben werden.
Fazit
Die Proteste in Nepal zeigen die Wut der Massen, aber auch die Grenzen spontaner Jugendrebellion. Nur die ArbeiterInnenklasse, unabhängig organisiert und geleitet von einem revolutionären Programm, kann solche Aufstände in einen entschlossenen Kampf gegen den Kapitalismus verwandeln.
NWBCW South AsiaICT sections
Grundlagen
- Bourgeois revolution
- Competition and monopoly
- Core and peripheral countries
- Crisis
- Decadence
- Democracy and dictatorship
- Exploitation and accumulation
- Factory and territory groups
- Financialization
- Globalization
- Historical materialism
- Imperialism
- Our Intervention
- Party and class
- Proletarian revolution
- Seigniorage
- Social classes
- Socialism and communism
- State
- State capitalism
- War economics
Sachverhalt
- Activities
- Arms
- Automotive industry
- Books, art and culture
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- Communications
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- Contracts and wages
- Corporate trends
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- Disasters
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- Discussions
- Drugs and dependencies
- Economic policies
- Education and youth
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- Energy, oil and fuels
- Environment and resources
- Financial market
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- Repression and control
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- Social unrest
- Terrorist outrages
- Transports
- Unemployment and precarity
- Workers' conditions and struggles
Geschichte
- 01. Prehistory
- 02. Ancient History
- 03. Middle Ages
- 04. Modern History
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- 1900s
- 1910s
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- 1912: Intransigent Revolutionary Fraction of the PSI
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- 1914-18: World War I
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- 1918: Abstentionist Communist Fraction of the PSI
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- 1920s
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- 1921: Kronstadt Rebellion
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- 1922-52: Stalin is General Secretary of PCUS
- 1925-27: Canton and Shanghai revolt
- 1925: Comitato d'Intesa
- 1926: General strike in Britain
- 1926: Lyons Congress of PCd’I
- 1927: Vienna revolt
- 1928: First five-year plan
- 1928: Left Fraction of the PCd'I
- 1929: Great Depression
- 1930s
- 1931: Japan occupies Manchuria
- 1933-43: New Deal
- 1933-45: Nazism
- 1934: Long March of Chinese communists
- 1934: Miners' uprising in Asturias
- 1934: Workers' uprising in "Red Vienna"
- 1935-36: Italian Army Invades Ethiopia
- 1936-38: Great Purge
- 1936-39: Spanish Civil War
- 1937: International Bureau of Fractions of the Communist Left
- 1938: Fourth International
- 1940s
- 1950s
- 1960s
- 1970s
- 1969-80: Anni di piombo in Italy
- 1971: End of the Bretton Woods System
- 1971: Microprocessor
- 1973: Pinochet's military junta in Chile
- 1975: Toyotism (just-in-time)
- 1977-81: International Conferences Convoked by PCInt
- 1977: '77 movement
- 1978: Economic Reforms in China
- 1978: Islamic Revolution in Iran
- 1978: South Lebanon conflict
- 1980s
- 1979-89: Soviet war in Afghanistan
- 1980-88: Iran-Iraq War
- 1982: First Lebanon War
- 1982: Sabra and Chatila
- 1986: Chernobyl disaster
- 1987-93: First Intifada
- 1989: Fall of the Berlin Wall
- 1979-90: Thatcher Government
- 1980: Strikes in Poland
- 1982: Falklands War
- 1983: Foundation of IBRP
- 1984-85: UK Miners' Strike
- 1987: Perestroika
- 1989: Tiananmen Square Protests
- 1990s
- 1991: Breakup of Yugoslavia
- 1991: Dissolution of Soviet Union
- 1991: First Gulf War
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- 1994-96: First Chechen War
- 1994: Genocide in Rwanda
- 1999-2000: Second Chechen War
- 1999: Introduction of euro
- 1999: Kosovo War
- 1999: WTO conference in Seattle
- 1995: NATO Bombing in Bosnia
- 2000s
- 2000: Second intifada
- 2001: September 11 attacks
- 2001: Piqueteros Movement in Argentina
- 2001: War in Afghanistan
- 2001: G8 Summit in Genoa
- 2003: Second Gulf War
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- 2004: Madrid train bombings
- 2005: Banlieue riots in France
- 2005: Hurricane Katrina
- 2005: London bombings
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- 2007: Subprime Crisis
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- 2008: War in Georgia
- 2008: Riots in Greece
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- 2008: Global Crisis
- 2008: Automotive Crisis
- 2009: Post-election crisis in Iran
- 2009: Israel-Gaza conflict
- 2006: Anti-CPE Movement in France
- 2010s
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