Schluss mit den ewigen „Aktionstagen” der Gewerkschaften! Organisieren wir uns unabhängig, um den Kampf auszuweiten und zu verallgemeinern!

Flugblatt unserer französischen GenossInnen der GRI

Die linken Parteien wollten den Rücktritt von Bayrou als ersten Sieg verkaufen. Die Gewerkschaftsführungen haben hingegen auf Zeit gespielt, als sie vorgaben, dem neuen Premierminister Lecornu eine Chance zu geben, und ihm ein Ultimatum stellten, das zu nichts geführt hat – welche Überraschung! In Wirklichkeit ist eine Marionette durch eine andere ersetzt worden. Ohne einen entschlossenen Kampf der ArbeiterInnenklasse wird die Bourgeoisie uns alle Maßnahmen auferlegen, die sie für notwendig erachtet, um die öffentlichen Finanzen und die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Wirtschaft wiederherzustellen.

Von den Versprechungen der einen wie der anderen, die sich alle als neue „Funktionäre des Kapitals” verstehen, dürfen wir uns nicht länger täuschen lassen: Überall auf der Welt hat die Bourgeoisie, unabhängig von der politischen Ausrichtung der jeweiligen Regierung, eine Offensive gegen das Proletariat gestartet, um ihr nationales Kapital im Kontext eines globalen Wettbewerbs zu verteidigen, der durch die schwere strukturelle Krise, in der sich der Kapitalismus befindet, noch verschärft wird. Dies äußert sich in Angriffen, die darauf abzielen, die Arbeit zu intensivieren und die Sozialausgaben zu kürzen, aber auch in der ideologischen und praktischen Vorbereitung auf mögliche Kriege.

Um dieser Offensive zu begegnen, darf die ArbeiterInnenklasse weder den verschiedenen bürgerlichen Parteien noch den Gewerkschaften vertrauen, die schon lange gezeigt haben, dass sie treue Verbündete des Staates und des Kapitals sind.

Das Proletariat darf auch nicht in die Falle der sog. Linken mit ihren pseudo-radikalen Methoden und Attitüden tappen. Mülltonnenbrände, zerbrochene Schaufenster und sinnlose Auseinandersetzungen mit der Polizei mögen zwar erfreulich anzuschauen sein, sind jedoch kein Ausdruck unserer Stärke und daher kein Vorbild, dem man folgen und das man ausweiten sollte, sondern vielmehr Ausdruck unserer Ohnmacht. Ebenso können Blockaden eine nützliche Strategie sein, doch sie können den Streik nicht ersetzen. Die Beschwörungen einer totalen Blockade sind nur das Pendant zu denen eines Generalstreiks. Wir müssen ein Kräfteverhältnis aufbauen, indem wir möglichst massive Streiks organisieren. Die Gewerkschaften haben den Streik in einen harmlosen Tag verwandelt. Es liegt an uns, ihn wieder zu einer Waffe unserer Klasse zu machen, um die Bosse und den Staat zu treffen.

Um unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verteidigen, müssen wir uns auf die Kampfmittel und Ziele der ArbeiterInnenklasse zurückbesinnen:

  • Gründen wir unabhängige territoriale Organisationen (Kampfkomitees, Generalversammlungen ...), die allen Lohnabhängigen offenstehen und sich um alle Bedürfnisse des Kampfes kümmern (Streikkassen, Verteidigung gegen Repression usw.).
  • Versuchen wir, die Kämpfe auszuweiten und zu verallgemeinern, indem wir Delegationen zu benachbarten Unternehmen und Verwaltungen entsenden.
  • Lehnen wir jedes Opfer für die nationale Wirtschaft oder das reibungslose Funktionieren der Unternehmen ab.
  • Lehnen wir jeden Nationalismus und jede Unterstützung für die eine oder andere Seite in imperialistischen Konflikten ab.
  • Fordern wir Lohnerhöhungen, insbesondere um die Inflation der letzten Jahre auszugleichen.
  • Fordern wir Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohn.

In den Kämpfen, die uns bevorstehen, brauchen wir eine weltweit agierende Partei, die sich von allen bestehenden Parteien unterscheidet und ihnen entgegensteht, um uns in den entscheidenden Auseinandersetzungen anzuführen. Der Aufbau dieser internationalen kommunistischen Partei erfordert eine lange Vorbereitungsarbeit, die wir bereits heute in Angriff nehmen müssen, um zum gegebenen Zeitpunkt vorbereitet zu sein.

Die Bourgeoisie treibt uns in den Abgrund, antworten wir darauf mit dem verallgemeinerten und autonomen Klassenkampf!

Groupe Révolutionnaire Internationaliste
Wednesday, October 1, 2025