Iran: Kommunismus oder Barbarei

Es klingt wie eine Schallplatte mit Sprung: Aufgrund humanitärer Bedenken und der Gefahr von Massenvernichtungswaffen bombardieren die USA ein ganzes Land. Haben wir das nicht schon einmal gehört? Bisher wird offiziell bestätigt, dass durch die amerikanischen und israelischen Bombardements etwa 50 Kinder einer Grundschule und einige Demonstrierende ums Leben kamen. Insgesamt über 500 Menschen. Die USA fordern einen Regimewechsel und begründen das mit der blutigen Repression. Doch ein Regimewechsel wird nur auf einen Austausch einer Gruppe reaktionärer Aasgeier durch eine andere hinauslaufen, die dann auf die ArbeiterInnen schießen lässt. Die USA behaupten, die Menschen im Iran bräuchten Demokratie. Eine Demokratie, die ArbeiterInnen von der offenen Straße entführt, während sie ArbeiterInnen auf der ganzen Welt bombardiert und hungern lässt. Für die ArbeiterInnen in den USA sollte klar sein, dass wir kein Interesse an einem Krieg mit dem Iran haben. Wir haben keine Gesundheitsversorgung, die Löhne sinken und die Inflation steigt immer mehr an.

Der derzeitige Krieg führt in eine Sackgasse und kann letztlich nur in einen verallgemeinerten imperialistischen Weltkrieg münden. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran stellen eine weitere Konfrontation zwischen sich konsolidierenden imperialistischen Blöcken dar. Auf der einen Seite stehen die USA, die NATO und Israel, auf der anderen Seite China, Russland und der Iran. Der Druck der tiefen Verwertungskrise des Kapitalismus hat jeden Staat in den Krieg getrieben, um mehr Territorium und Profite zu kontrollieren, auf Kosten der ArbeiterInnen überall, die letztlich massakriert werden. Das kapitalistische System wird entweder in eine ständige Stagnation oder in einen Krieg getrieben, wobei die Kapitalistenklasse letzters vorzieht, wie wir in der Vergangenheit am Beispiel des Ersten und Zweiten Weltkrieges gesehen haben.

Jeder Staat vertritt die Interessen des Kapitals und des Profits, ganz gleich, welchen Anstrich er sich auch immer gibt. Das ist die Grundlage der heutigen Krisen. Jede/r ArbeiterIn erfährt dies hautnah, wenn der Lohn stagniert bzw. weiter sinkt, wenn die Arbeitsbelastung zunimmt, wenn die Krankenversicherung gekürzt, Lebensmittel und lebensnotwendige Güter unerschwinglich werden oder wenn er/sie aus seiner Wohnung geschmissen wird. Das kapitalistische System erfordert eine ständige Akkumulation, die das gesamte System in Richtung Krieg treibt. Es gibt kein Entkommen aus diesem Schicksal indem man darauf hofft, dass gute Kapitalisten oder gute Länder gewinnen oder indem man versucht eine kapitalistische Regierung dazu zu bringen gegen ihre eigene Daseinsberechtigung zu handeln. Wir ArbeiterInnen in den USA sehen das am Beispiel unserer eigenen herrschenden Klasse, die sich unabhängig davon, ob nun „demokratisch“ oder „republikanisch“ in Bezug auf verstärkte Polizeikontrollen, den Terror der Einwanderungsbehörde ICE und den Krieg im Grunde einig ist. Die ArbeiterInnenklasse im Iran hat eine lange Geschichte des Kampfes und der Bildung von Shuras (Räten) die aus Streiks hervorgingen. Streikende und protestierende ArbeiterInnen stehen nicht nur den reaktionären Ayatollahs, den Basij-Milizen und Pasadaran gegenüber, sondern auch den blutrünstigen regionalen Separatisten, islamistischen Banden und den Monarchisten, von denen die meisten im Iran zu jung sind, um sich an die Taten des Geheimdienstes SAVAK zu erinnern.

Die ArbeiterInnenklasse darf sich nicht erneut täuschen lassen! Die Lage ist heute weitaus ernster als 2003. Nichts auf dieser Welt kann diesen Krieg oder den Marsch in Richtung eines weiteren Weltkriegs aufhalten, außer wir selbst, die ArbeiterInnenklasse. Wir haben kein Interesse an diesem blutigen Spiel der Imperialisten, der Kapitalistenklasse. Ihre Profite und ihre „Nationen“ interessieren uns nicht. Wir erschaffen ihre Profite und haben nichts davon.

Die ArbeiterInnenklasse wird kämpfen müssen, bevor dieser außer Kontrolle geratene Zug völlig entgleist. Sie wird die Kapitalisten am Arbeitsplatz und außerhalb davon bekämpfen und einen politischen und ökonomischen Krieg führen müssen. Sie wird mit ihrer eigenen Kraft kämpfen müssen und darf den Kampf niemals den Gewerkschaften oder der Regierung überlassen. Den Weg nach vorn wird in diesem Kampf nur eine Partei aufzeigen können, die ein einziges Ziel verfolgt: Die Revolution. Erst wenn die ArbeiterInnenklasse die Macht erobert und die Gesellschaft umgestaltet, werden wir Frieden haben. Deshalb wird die IKT immer entschlossen an der Losung festhalten:

No War But The Class War!

Internationalist Workers’ Group (im März 2026)
Wednesday, March 4, 2026